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Als
einer der ältesten Handwerksberufe, ist der Bootsbau heute eine Branche, in
der High-Tech-Spitzenleistungen und traditionelles Handwerk eng verknüpft sind.
Im Umgang mit verschiedensten Materialien (wie Holz, Metall, NE-Metallen und
natürlich Verbundwerkstoffen und Kunststoffkombinationen) ist vielseitiges
Können gefragt. Man kennt in dieser Sparte selten eintönige Fließbandarbeit,
vielmehr sind handwerkliches Fingerspitzengefühl und saubere Arbeit gefragt.
Routine reicht nie aus, weil der gesamte Markt sich permanent wandelt und damit
konstant gute Anpassungsfähigkeit und schnelles Einfühlungsvermögen der Betriebe
verlangt werden.
Egal, ob ein kleines Ruderboot oder Surfbrett, ob Klassenboote zum Regattasegeln,
ein Schiff in konventioneller Bauweise oder eine “Rennziege” gefertigt werden,
es gibt immer neue Aufgaben zu bewältigen. Aber auch bei der Instandhaltung
von Booten, der Restaurierung von Oldtimern, bei Um- oder Ausbauten und Reparaturarbeiten
wird neben dem handwerklichen Können immer spezielles Fach- und Sachwissen
verlangt. Die Anforderungen des Berufs sind nicht zu unterschätzen, da gerade
in den Bereichen Überholung, Unterwasserschifferneuerung und Oberflächenvergütung
oft Arbeiten anfallen, die den Bootsbauer physisch wie psychisch erheblich
beanspruchen.
Insgesamt 30 mittelständische Unternehmen umfaßt die Branche
in Bayern; im Bundesgebiet sind es ca. 370 mit etwa 4.200 Beschäftigten. Pro
Jahr beginnen in Bayern ca. 10 junge Leute ihre Ausbildung zum Bootsbauer.
Schon diese Zahlen lassen erkennen, dass der Beruf des Bootsbauers echte Eigenständigkeit,
Individualität und Faszination ausstrahlt. Der anerkannte Lehrberuf, der mit
Sicherheit nicht in einer “Ausbildungsfabrik” beginnt, garantiert jedem Auszubildenden,
dass er vom ersten Tag an entsprechend seinen mitgebrachten Fähigkeiten und
seinem Engagement “mitmischen” kann. Die Perspektiven für die berufliche Zukunft
und das ganzjährige Arbeitsaufkommen sind krisensicherer als in vielen anderen
Handwerksberufen.
Die Ausbildungszeit im Bootsbauerhandwerk beträgt 3 1/2 Jahre.
Ein solider Grundstock für das Fachwissen wird den bayrischen Lehrlingen in
der Berufsschule im Blockunterricht vermittelt. Um die Ausbildung vielseitig
zu gestalten, ist auch Lehrlingsaustausch möglich; das heißt eine zeitweise
Ausbildung in einem anderen Betrieb in Bayern.Damit kein Interessent mit falschen
Vorstellungen den Beruf des Bootsbauers startet, sollte er sich vorab “objektiv
und mit offenen Augen” die Ausbildungsstätten anschauen und mit einer Schnupperlehre
testen, ob Struktur, Produkt- und Dienstleistungspalette des Betriebes seinen
Vorstellungen entsprechen.
Die Meister-Lehrgänge in Lübeck bieten fachbezogenen Unterricht. Kaufmännische sowie berufs- und arbeitspädagogische Prüfungen können bei der jeweiligen örtlichen Handwerkskammer abgelegt werden, da diese Kurse für alle Meisterprüfungen gleich sind. Der Ausbildungsweg läßt sich bis zum Schiffbauingenieur fortsetzen. Das Studium wird in Bremen, Kiel, Aachen, Berlin, Duisburg, Hamburg und Rostock angeboten.
Durch vielseitige Ausbildung in allen Sparten des Bootsbaus wird die Basis der Arbeitsmöglichkeiten vergrößert. Man wird selten einen Beruf finden, der soviel “Anschlußmöglichkeiten”
bietet. Hier nur einige Denkanstösse:
Bootsmann auf Privatyachten -
Marine, Berufsschifffahrt -
Binnenschifffahrt - Service-
Stationen in Sportboothäfen und
Marinas - Segellehrer - Segelmachereien - Schiffbau in
allen Sparten - Schreiner, Tischler,
Zimmerer - Kunststoffformgeber
(Berufsbild der IHK) - Modell- und
Formenbau - Flugzeugbau und
Raumfahrt - Messe- und Ausstellungsbau - Film- und Theaterbauten - Karosserie-, Fahrzeug- und
Wohnwagenbau - Sportartikelhersteller - Industrielle Formgestaltung -
Produkt-Design und Entwicklung.
Tatsache ist, dass sich die Bootsbaubranche in den letzten 20 Jahren sehr gewandelt hat. Viele Betriebe haben Neuland betreten und haben sich weitgehend spezialisiert. Marktorientierung und Spezialisierung hatten Umstrukturierung zur Folge. Der Wettbewerb wurde härter und vielschichtig. Leistung und Engagement sind rundum gefragt, bereits beim Auszubildenden. Der Lehrling kann bei entsprechender Motivation als echter Mitarbeiter fungieren. Mit Sicherheit wird mehr gefordert als in anderen Berufen “von der Stange”.
Sie fordern bei der Boot- und
Schiffbauerinnung Bayern
Reismühler Weg 10
82131 Gauting
Tel. 089/8503870
Fax 089/8509074
info@bootsbau-bayern.de